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Der Festgottesdienst am Samstag 18. Okt. 2003, bei gefüllter Kirche Sankt Justinus, wurde mitzelebriert von Diözesanpräses Stefan Hartmann. Viele Vereine und Verbände waren mit ihren Fahnen- und Banner-Abordnungen zugegen. Der Gottesdienst wurde musikalisch mitgestaltet von der Kantorei an St. Justinus.
Das neue Banner, das die Kolpingkapelle gestiftet hat, wurde feierlich von Stefan Hartmann geweiht.
Zum Festakt in der Prischoßhalle waren auch viele auswärtige Gäste erschienen.
Der frühere Vorsitzende der Kolpingsfamilie Alzenau, Dr. Michael Kabs, führte durch den Abend.
Die Kolpingkapelle Alzenau sorge für einen würdigen musikalischen Rahmen.
Der Festrede hielt Frau Barbara Stamm, MdL., Thema: »Kolping gestern und heute«
Der Kolpingchor Königshofen brachte einen musikalischen Gruss dar.
Die Ehrung der Jubilare nahmen Präses Jan Jölbel, Vorsitzende Annelie Glaab und Diözesanpräses Stefan Hartmann gemeinsam vor.
Zahlreiche Jubilare wurden für ihre 25-jährige Zugehörigkeit geehrt.
Eine besondere Auszeichnung erhielt Herr Wilhelm Seipel (Mitte mit Stock) für seine 75-jährige Mitgliedschaft zur Kolpingsfamilie Alzenau. Er ist das einzige noch lebende Gründungsmitglied. Unlängst hat er ein Interview über Kolping gegeben.
Bericht im Main-Echo am 20. Okt. 2003
Alzenau. »Wenn jeder in seinem Bereich das Beste täte, würde es in der Welt besser aussehen«, sagte Festrednerin Barbara Stamm am Samstagabend in der Prischoßhalle in Alzenau, wo die Kolpingsfamilie Alzenau ihr 75-jähriges Bestehen feierte. Im vorausgegangenen Festgottesdienst hatte die Kolpingsfamilie ein neues Banner segnen lassen. Seit Gründung im Jahr 1928 hält Wilhelm Seipel der Kolpingsfamilie Alzenau die Treue; er wurde mit einer besonderen Ehrennadel ausgezeichnet.
Auftakt zu den zweitägigen Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen der Kolpingsfamilie Alzenau bildete am Samstagabend der Festgottesdienst, den die Kantorei »St.Justinus« musikalisch mitgestaltete. Kolping-Diözesanpräses Stephan Hartmann zeigte sich beeindruckt von der lebendigen Messfeier, zu der neben Fahnenabordnungen der Alzenau Stadtvereine auch eine Reihe von Banner-Abordnungen befreundeter Kolpingsfamilien eingezogen waren.
Festliche Musik, dargeboten von der Kolpingkapelle Alzenau, eröffnete den Jubiläumsabend in der Prischoßhalle, wo Dr. Michael Kabs durch das Programm führte. Kurzgefasst blätterte die Vorsitzende der Kolpingsfamilie, Annelie Glaab, in der Chronik. Diözesan-Präses Stephan Hartmann griff in seinem Grußwort ein Wort von Adolph Kolping auf, wonach man nicht über die Zeit jammern, sondern die Zeit gestalten solle. »Die Kolpingsfamilie Alzenau ist ein sehr lebendiger Teil des kirchlichen, vereinsmäßigen und gesellschaftlichen Lebens in unserer Stadt«, hob Bürgermeister Walter Scharwies hervor, »sie gestaltet Kultur in hohem Maße und ist in ihrem Tun und Handeln eine fest gefügte Weggemeinschaft«.
Thorsten Gallus gratulierte im Namen der Stadtvereine, besonders der Gesangvereine, zum Jubiläum. Bundestags-Abgeordneter Norbert Geis (CSU) verwies mit Hinweis auf das Subsidiaritätsprinzip darauf, dass das soziale Netz in Deutschland so umgestaltet werden müsse, dass es in Zukunft Bestand habe: »Ich bin sicher dass sich die Kolpingsfamilie Alzenau daran aktiv beteiligen wird«.
Organisationsgründer Adolph Kolping habe in ähnlich schwieriger wirtschaftlicher Zeit gelebt. Sein Bestreben sei es von Anfang an gewesen, jungen Menschen eine handwerkliche Berufsausbildung zu ermöglichen und damit einen Ausweg aus der Armut zu zeigen, sagte die Festrednerin, die Landtagsabgeordnete Barbara Stamm. Das sei heute noch genauso gefragt. Zudem müssten junge Menschen wissen, wo sie hingehören, redete die Festrednerin auch der Familie das Wort. »Wir müssen alles dafür tun, dass junge Menschen die Möglichkeit haben, ihr Leben selbst zu gestalten.«
Stamm ergänzte: »Viele können bei der Globalisierung mithalten, weil sie mobil sind, es gibt aber auch Verlierer, an die wir getreu Adolph Kolpings Vorgaben denken müssen«, ergänzte Barbara Stamm. Eine gesellschaftspolitische Forderung nannte Barbara Stamm: »Die Familien müssen schnellstens gestärkt, gestützt und gefördert werden, wobei die Wahlfreiheit zwischen Beruf und Familie erhalten und finanziell ausgeglichen werden muss«. Der Generationenvertrag sei auf das Wachsen der Bevölkerung aufgebaut. »Wenn der demographische Faktor zum Problem wird, dann müssen diejenigen den Ausgleich zahlen, die keine Kinder haben und wollen«, sprach die Festrednerin den Kolpingmitgliedern aus dem Herzen. Die ältere Generation dürfe bei alldem nicht ausgegrenzt werden. »Wir müssen in Solidarität mit den Älteren verbleiben und bis hinunter zu den Enkeln mehr Zeit füreinander haben«, legte Barbara Stamm den Gästen ans Herz.
Kolpingkapelle Alzenau und der Kolping-Chor Königshofen umrahmten dann die Ehrungen, in deren Mittelpunkt das einzig noch lebende Gründungsmitglied, der 93-jährige Wilhelm Seipel stand. Da nahmen sich die 25 Jahre Mitgliedschaft bescheiden aus, für die Isolde Buhleier, Monika Diry, Leni Elbert, Franz Emge, Elisabeth, Magdalena und Peter Gündling, Hannel, Karl und Michael Heimrich, Hildegard und Wolfgang Hock, Erwin Höfler, Rosemarie und Waltraud Huth, Margarete Klüber, Reinhilde Ritter, Marianne und Joachim Simon geehrt wurden.
Die Feierlichkeiten zum Vereinsjubiläum wurden am Sonntag mit dem Kolping-Familientag und einem bunten Programm abgeschlossen.
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