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Frage: Wo kommt der Name "Kolping" her?
Antwort: Gründer von Kolping war der Handwerker, Priester und Publizist Adolph Kolping (1813-1865). Er bildete "Gesellenvereine" in denen sich Handwerksburschen in der schwierigen Zeit der beginnenden Industrialisierung neu organisierten. Fortbildung, gemeinsames Handeln und christliche Grundüberzeugungen bildeten die Eckpfeiler.
F: Ist Kolping eine Sekte?
A: Nein. Kolping ist ein katholischer Sozialverband. Die Mitglieder des Verbandes organisieren sich pro Gemeinde/Pfarrei in "Kolpingsfamilien". Die Kolpingsfamilie Alzenau hat 120 Mitglieder. In Deutschland gibt es circa 2 800 Kolpingsfamilien mit durchschnittlich 100 Mitgliedern. Kolpingsfamilien gibt es in über 30 Ländern, weltweit.
F: Können nur Katholiken Mitglied bei Kolping werden?
A: Nein. In Deutschland sind über 5 000 evangelische Mitchristen Kolpingmitglieder.
F: Können auch Nicht-Kolpingmitglieder an Kolpingveranstaltungen teilnehmen?
A: Ja. Jeder ist zu Veranstaltungen willkommen. Siehe auch Kolping-Termine
F: Wer ist in Alzenau Kolping-Ansprechpartner?
A: Thomas Röhrs (Vorsitzender,
8308) + Heidi Bröckel-Geis (2. Vors.,
8652)
F: Was kostet die Mitgliedschaft bei Kolping?
A: Familien: EUR 42 pro Jahr
Paare: EUR 42 pro Jahr
Einzelpersonen: EUR 32 pro Jahr
F: Warum sollte ich bei Kolping sein?
Anworten einiger Alzenauer Kolping-Mitglieder:
Als meine Familie und ich vor etlichen Jahren nach Alzenau gezogen sind, habe ich durch die Kolpingsfamilie rasch Anschluß in der Pfarrgemeinde und natürlich auch in der Kolpingsfamilie bekommen. Besonders der Familienkreis war und ist - Treffpunkt - Austausch - Freundeskreis - Diskussionsforum - Freizeitgestalter - aktiver Mitgestalter in der Pfarrgemeinde - religiöser Impulsgeber - für mich und meine Familie.
Dabei ist es schön, dass sich jeder nach seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten einbringen kann.
Barbara Schelbert
Ich kenne Kolping schon von klein auf, da meine Eltern beide Mitglied in der Kolpingsfamilie sind. Auch ging ich immer gerne zur wöchentlichen Gruppenstunde der Kolping-Jugend, wo wir, neben kochen, basteln und spielen, auch viele verschiedene Handwerksbetriebe erkundeten.
Ich finde es toll, dass Kolping weltweit arme Länder unterstützt. So habe ich zum Beispiel bei der Aktion "süsse Päckchen" für Rumänien eine Brieffreundin namens Enikö gefunden, die mir auch heute noch Briefe schreibt.
Sabrina Glaab
Als Student hatte ich meinen ersten "Kontakt" zu Kolping. Eine Freundin schleppte mich zum Faschingsball in das Kolpinghaus in Würzburg. Der Ball war sehr schön, aber ich dachte: Kolping, das könnte irgend so eine Sekte sein. Kurz darauf war da noch ein Meisterhypnotiseur im grossen Saal des Kolpinghauses. Das war mir schon etwas unheimlich.
Hier in Alzenau hat mich meine Frau zum Kolpingsfamilienkreis mitgenommen und ich bin froh, bei Kolping nette Menschen kennen zu lernen.
Dr. Thomas Redelberger
Kolping in zwölf LeitsätzenMehr Informationen über Kolpingwww.kolping.de
| 1813 8. Dezember | Adolph Kolping wird zu Kerpen bei Köln als viertes Kind einer armen Taglöhnerfamilie geboren. Er hatte einen Bruder und drei Schwestern. |
| 1826 | Kolping nimmt beim Schuhmachermeister Meuser in Kerpen die Lehre auf. |
| 1829 bis 1832 | Kolping arbeitet als Geselle in Sindorf, Düren und Lechenich, um seine Berufskenntnisse zu vervollständigen. |
| 1832 | Kolping kommt als Handwerksgeselle nach Köln. |
| 1837 bis 1841 | Kolping besucht das Marzellen-Gymnasium in Köln. Aufgrund seines Selbststudiums wird er in die Tertia aufgenommen und überspringt auch später einige Klassen, |
| 1841 15. April bis Juli 1842 | Kolping studiert an der Universität München. |
| 1842 bis 1844 | Kolping studiert an der Universität Bonn. |
| 1844 April bis April 1845 | Kolping studiert am Priesterseminar in Köln. |
| 1845 13. April | Adolph Kolping wird in der Minoritenkirche in Köln von Weihbischof Dr. Claessen zum Priester geweiht. |
| 1845 bis 1. April 1849 | Kolping ist Kaplan in Elberfeld, dem heutigen Wuppertal-Elberfeld, in der Laurentius-Pfarrei. Er bereitet sich auf eine wissenschaftliche Promotion vor. |
| 1845 | Im Herbst finden die ersten Bemühungen um den Zusammenschluss der ledigen jungen Männer der Laurentiusgemeinde in Elberfeld statt. |
| 1846 | Im Juni bildet sich unter Schreinermeister Thiel und in dessen Werkstatt ein Gesellenchor, der durch seinen Gesang die Laurentiusprozession verschönern und gegen den Deutsch-Katholizismus des Johannes Ronge demonstrieren will. |
| 1846 17. Juli | Die Leitung des Gesellenchors übernimmt Lehrer Johann-Gregor Breuer. |
| 1846 9. August | Erstes öffentliches Auftreten des Gesellenchores mit Gesang und einer Fahne in der Laurentiusprozession. Auch nach der Prozession übt der Chor weiter, seine Tätigkeit weitet sich aber mehr und mehr auf bildende und gesellige Aufgaben aus. |
| 1847 Juni | Adolph Kolping wird an Stelle des nach Wermelskirchen als Pfarrer versetzten Präses Steenaerts mit 48 von 88 Stimmen zum Präses des »Junggesellenvereins«, wie sich der Chor inzwischen nennt, gewählt. 40 Stimmen erhält Kaplan Herkenrath. |
| 1848 Oktober | Kolping vollendet die Schrift »Der Gesellenverein, zur Beherzigung für alle, die es mit dem wahren Volkswohl gut meinen.« Er wirbt mit dieser Schrift für die Verbreitung des »Gesellenvereins«, wie sich der ehemalige Chor jetzt nennt. |
| 1849 1. April | Adolph Kolping wird Domvikar am Kölner Dom. |
| 1849 6. Mai | Kolping gründet mit sieben Gesellen in der Kolumbaschule zu Köln den »Kölner Gesellenverein«, der zum Mittelpunkt des Kolpingwerkes wird. |
| 1850 | Der »Katholische Volkskalender« erscheint erstmals unter der Schriftleitung von Kolping und dem Religionslehrer Dr. Christian-Hermann Vosen. |
| 1850 1. Januar | Kolping übernimmt mit Vosen die Schriftleitung des »Rheinischen Kirchenblattes«. |
| 1850 27. Oktober | Kolping übernimmt allein die Schriftleitung des »Rheinischen Kirchenblattes« und gibt als Beilage das »Vereinsorgan« heraus, dessen Titel 1851 in »Feierstunde« geändert wird. |
| 1851 10. Oktober | Kolping hält auf der »Katholischen Generalversammlung« (Katholikentag) in Mainz zwei bedeutsame Reden über den Gesellenverein. Prof. Alban Stolz in Freiburg und Prof. Wagner in Mainz werden dadurch zur Gründung von Gesellenvereinen angeregt. |
| 1852 | Der »Kath. Volkskalender«wird erstmals von Kolping alleine und unter seinem Namen herausgegeben. |
| 1852 April bis Juli | Kolping bereist Süddeutschland und Österreich und gründet in den grösseren Städten Gesellenvereine. Gründungen u.a. in Wien, München, Prag, Berlin. |
| 1852 5. August | Kolping veröffentlicht die Broschüre »Für ein Gesellenhospitium«. |
| 1854 1. April | Kolping gibt die erste Nummer der »Rheinischen Volksblätter« heraus. Damit gab Kolping die grösste katholische Zeitung im deutschsprachigen Raum heraus. Er war Verleger und Redakteur in einer Person. |
| 1858 8. September | In der fünften Generalversammlung wird Kolping als Präses des Kölner Vereins Generalpräses. |
| 1862 12. Januar | Kolping wird zum Rektor der Minoritenkirche ernannt. |
| 1862 22. April | Pius IX. ernennt Kolping zu seinem Geheimkämmerer. |
| 1862 Mitte Mai -Anfang Juli | Kolping in Rom. Er wird mit Präses Dr. Gruscha aus Wien zweimal von Papst Pius IX. in Audienz empfangen. |
| 1863 Oktober | Die Mitteilungen für die Vorsteher der »Katholischen Gesellenvereine« erscheinen erstmals. |
| 1865 17. September | Einweihung des neuen Gesellenhospitiums in Köln. Letztes öffentliches Auftreten Kolpings. |
| 1865 4. Dezember | Adolph Kolping stirbt, erst 52 Jahre alt, in Köln an Herzasthma. Der Gesellenverein zählt 24 600 Mitglieder in 418 Ortsvereinen. |
| 1866 30. April | Die Gebeine Kolpings werden vom Melatenfriedhof zur Minoritenkirche überführt und dort, seinem letzten Wunsch gemäss, vor dem Josefsaltar beigesetzt. |
Quelle: Adolph Kolping, Biografische Skizzen von Michael Hanke, Herausgeber: Schweizer Kolpingwerk, 1986

Koping-Statue, die am 6. Dezember 2008 in der Pfarrkirche St. Justinus geweiht wurde, anlasslich des Kolpinggedenktages und des 80-jährigen Jubiläums der Kolpingsfamilie Alzenau.
An der Seite findet sich eine Tafel:
* 8.12.1813 in Kerpen
+ 4.12.1865 in Köln
Mit 13 Jahren lernte Adolph Kolping auf Wunsch der Eltern das Schuhmacherhandwerk. Er beendete als 24-jähriger Schuhmachergeselle den ungeliebten Beruf. Getrieben durch den Wunsch, Priester zu werden und durch die finanzielle Unterstützung eines privaten Förderers, erreichte er die Aufnahme in die Tertia des Kölner Marzellen – Gymnasiums, wo er nach dreieinhalb Jahren die Abiturprüfung bestand.
Nach dem Theologiestudium in München und Bonn wurde er mit 31 Jahren zum Priester geweiht und Kaplan in Wuppertal-Elberfeld. Dort war er Präses des ersten Gesellenvereines, gegründet von dem Lehrer Johann Gregor Breuer. Die früher selbst erlebte Not der Wandergesellen wieder vor Augen, gründete er in Köln einen Gesellenverein als Selbsthilfeeinrichtung, aus dem die späteren Kolpingfamilien hervorgingen. Durch seine sozialpädagogische Begabung und seinen enormen persönlichen Einsatz im In- und Ausland verbreitete sich das Konzept schnell. Als Kölner Domvikar war er auch Publizist, der das Rheinische Kirchenblatt, religiöse Jahreskalender und die Rheinischen Volksblätter herausgab. Er zeigte die wirtschaftliche und seelische Not vieler Zeitgenossen auf und förderte soziale Reformen.
Papst Johannes Paul II würdigte bei der Seligsprechung am 27.10.1991 das Bemühen Kolpings um die Erneuerung der Gesellschaft. Menschen wie Adolph Kolping machen Mut, den Problemen und Herausforderungen in der Gesellschaft mit christlicher Hoffnung und Tatkraft zu begegnen. Der Blick zum Volk und die offene Hand sollen den Bezug zu den Mitmenschen aufzeigen. Der Fingerzeig zum Hauptaltar betont sein priesterliches Handeln für die Menschen vor Gott.
Die Kolpingfamilie Alzenau bedankt sich bei dem Künstler Franz Wilz für die Anfertigung der Statue, die im 80. Vereinsjahr im Dezember 2008 geweiht wurde.
Anlässlich der Romwallfahrt vom 24. bis 27. Oktober 2001 hat das Präsidium des Internationalen Kolpingwerkes dieses Gebet veröffentlicht.
Herr, unser Gott, dein Sohn Jesus Christus hat gesagt: "Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist". Den seligen Adolph Kolping hast du vom Handwerker zum Priester berufen, um durch ihn jungen Menschen in ihrer religiösen und sozialen Not zu helfen. Durch sein Wort und durch sein christliches Lebensbeispiel gab er vielen Menschen Hoffnung und Zuversicht. Der Vorbereitung auf eine christliche Ehe und Familie als Urzelle jeder Gesellschaft galt dabei seine besondere Fürsorge und Liebe. Als Seelsorger und Sozialreformer hat er der Kirche den Weg der sozialen Seelsorge gewiesen und vorgelebt, um dadurch an der Erneuerung der Kirche und Gesellschaft mitzuwirken. An seinem Grabe finden heute viele Menschen Trost und Hilfe in ihren persönlichen Anliegen und Nöten. Darum bitten wir dich, diesen heiligmäßigen Priester bald in der Weltkirche als Heiligen verehren zu können.
Um Erhörung und Fürsprache dieses Anliegens bitten wir dich, ohne Erbsünde empfangene Jungfrau und Gottesmutter Maria, Patronin der Minoritenkirche; dich, heiliger Josef, Patron des Kolpingwerkes; dann auch euch, heiliger Franziskus und heiliger Antonius, in deren Heiligtum der große Seel- sorger und Sozialreformer Adolph Kolping die Priesterweihe empfangen, als Rektor seines Priesteramtes gewaltet und seine letzte Ruhestätte gefunden hat.
Allmächtiger Gott, erhöre unsere Bitten und Gebete, damit wir den seligen Adolph Kolping bald zu deiner größeren Ehre und zum Heile aller Menschen als Heiligen verehren dürfen. Darum bitten wir dich durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit.
Amen
Herr Jesus Christus, deine Botschaft zu verkünden und sie in die Tat umzusetzen ist dein Auftrag an die Kirche. Wir danken dir für dein Vertrauen, das du in die Menschen gesetzt hast. Wir danken dir für den Menschen Adolph Kolping, der uns in dieser Aufgabe zum Vorbild wurde. Gib uns die Gaben, durch die er sein Werk prägte:
Gläubigkeit und Selbstvertrauen, Lebensernst und Freude, Selbstverantwortung und Solidarität, Geschichtsbewußtsein und Fortschrittswille.
Stärke unseren Glauben, damit wir der Welt und ihren Forderungen nicht ausweichen. Wecke in uns die Hoffnung, daß wir Freude verbreiten,
wo wir uns um Menschen bemühen. Festige die Liebe, daß wir verantwortungs-voll mitarbeiten an der Entwicklung der Kirche und einer menschlichen Gesellschaft. Unsere Gemeinschaft im Kolpingwerk soll ein Anfang sein
für dein kommendes Reich.
Amen.